Sächsische Weltpremiere

International erstmalig wird eine große Autofabrik komplett vom Verbrennungsmotor zum Elektroantrieb transformiert. Das Volkswagen Werk Zwickau wird damit zum größten und leistungsfähigsten E-Werk Europas. Seit dem 4. November rollen hier vollelektrische ID.31 vom Band.

Jetzt geht´s los: Das sind die ersten vollelektrischen ID.3 Modelle. Seit 4. November rollen sie im Werk Zwickau in Serie vom Band

Sachsen ist das Silicon Valley von Volkswagen: Der Konzern baut noch bis 2020 sein Werk in Zwickau komplett für die E-Mobilität um. 1,2 Milliarden Euro werden dafür in den hochmodernen Standort in Sachsen investiert. Der dreijährige Umbau ist sehr anspruchsvoll. Denn er geschieht während der laufenden Produktion.

So hat der Konzern am 4. November parallel zum Umbau die Volumenproduktion des ID.31 gestartet. Damit treibt Volkswagen seine Strategie konsequent voran: Mit dem ID.3 wird das Auto CO2-neutral und leistet einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz.

Sachsen ist ein wesentlicher Teil der größten Elektro-Offensive der Automobilindustrie. Mit der Transformation zur E-Mobilität macht Volkswagen die deutschen Werke und seine Arbeitsplätze zukunftsfest. Der Umbau des Werks in Zwickau markiert den Startpunkt für den Umbau der gesamten Volkswagen Produktion auf nachhaltige Mobilität.

Seit 2018 baut der Konzern sein Werk in Zwickau für die E-Mobilität um. In der finalen Ausbaustufe ab 2022 können die Autobauer hier bis zu 330.000 rein elektrische Autos pro Jahr fertigen. Dann werden in den Werkhallen sechs Modelle für drei Marken gebaut: Volkswagen, Audi, Seat. Die Mission ist klar: Volkswagen baut das attraktive, bezahlbare E-Auto für alle. Ein E-Auto für Millionen – nicht nur für Millionäre.

Neues Logo am ID.3: sitzt!

Alle Arbeitsplätze werden erhalten

„Wir haben den Umbau des Standortes Zwickau sehr sorgfältig geplant. Die detaillierte Vorbereitung und Planung ist bei einem solchen Megaprojekt das Allerwichtigste. Wir reden hier schließlich über den Beginn einer neuen Epoche im Autoland Sachsen und diese Transformation erfolgt bei laufender Fertigung“, sagt Reinhard de Vries, Geschäftsführer Technik und Logistik der Volkswagen Sachsen GmbH.

Eine von zwei Fertigungslinien ist schon umgebaut

Hier werden bereits ID.3 produziert

Bis zum jetzigen Produktionsstart des ID.31 wurde eine Fertigungslinie im Werk Zwickau komplett für die Produktion von E-Autos umgebaut – bei laufendem Betrieb der 2. Linie. Denn parallel wird der Golf Variant noch bis Mitte 2020 weiter als Verbrennerfahrzeug in Zwickau produziert. Ab Sommer 2020 folgt dann der Umbau der zweiten Fertigungslinie – ebenfalls bei laufender Produktion auf der MEB-Linie. Kein Zweifel: Die Zwickauer Mannschaft hat das Know-how und die Leidenschaft, um E-Autos in höchster Qualität zu bauen.

Noch bis Mitte 2020 laufen in Zwickau die Modelle Golf und Golf Variant vom Band. Mirjam Chlouba montiert gerade eine Seitenscheibe

Neben dem Umbau der Fertigungslinien laufen drei weitere große Bauprojekte im Werk Zwickau. Sie stellen sicher, dass die Erhöhung der maximalen Produktionskapazität von 1.350 (bis 2017) auf 1.500 Fahrzeuge (ab 2022) pro Tag realisiert werden kann: die Erweiterung des Presswerks, der Neubau eines Karosserie-Speichers und der Neubau einer Logistikhalle.

Hier der neue Karosseriebau für die ID. Modelle, …

… während parallel zum Umbau des Werk Zwickau auf den vollelektrischen ID.3 noch bis Mitte 2020 weiterhin der Golf Variant gebaut wird

„Wie Umziehen im Kleiderschrank“

„Der Umbau des Werks kommt zügig voran und liegt voll im Zeitplan“, sagt Reinhard de Vries. „Das ist wie Umziehen im Kleiderschrank“, vergleicht er und erklärt: „Während wir hier in Zwickau unser Werk erweitern und optimieren, automatisieren und digitalisieren wir parallel die gesamte Produktion.“ 9.000 Tonnen Stahl werden neu eingebaut, 50.000 Quadratmeter Hallenfläche errichtet und 1.625 Roboter im Karosseriebau aufgestellt. 50 Partnerfirmen unterstützen beim Umbau. 30 Prozent der bisherigen Anlagen werden wiederverwendet.

Und als ob das noch nicht genug Umstrukturierung wäre, qualifizieren sich gleichzeitig alle 8.000 Beschäftigten in einer großen Weiterbildungsoffensive für die neuen Aufgaben. Sämtliche Mitarbeiter durchlaufen Informationsveranstaltungen zur E-Mobilität. 3.000 Zwickauer Kollegen absolvieren das Trainingscenter E-Mobilität, in dem sie detailliert für die neuen Produktionsanforderungen geschult werden. 1.500 Beschäftigte erwerben den sogenannten Hochvoltführerschein. „In Summe wird die Zwickauer Mannschaft bis Ende 2019 rund 13.000 Trainingstage absolvieren“, sagt Holger Naduschewski, Geschäftsführer des dafür verantwortlichen Zwickauer Volkswagen Bildungsinstituts.

Alle 8.000 Mitarbeiter im Werk Zwickau werden für die Produktion des ID.3 geschult.

Ab Herbst 2020 läuft der ID.3 auch in der Gläsernen Manufaktur vom Band

Auch die Gläserne Manufaktur mischt dabei erfolgreich mit. Nach der jahrelangen Produktion des e-Golf stellt sich der wichtige Standort jetzt auf die ID.31 Produktion und auf dessen Käufer ein.  Ab Herbst 2020 wird der ID.31 auch in Dresden montiert – Kunden sollen dann auch die Möglichkeit haben, letzte Handgriffe an ihrem E-Fahrzeug selbst vorzunehmen. Zugleich soll der Standort als attraktive Besucher-und Kundendestination gestärkt und als Center of Future Mobility weiterentwickelt werden, in dem Volkswagen innovative Technologien zusammen mit Partnern aus der Industrie und Startups entwickelt und erprobt. Die  Fortführung neuer Geschäftsfelder wie der funktionalen Erprobungsstation wird forciert. Dass die künftigen ID.31 Modelle auch wieder in Dresden in der Gläsernen Manufaktur abgeholt werden können, ist bereits entschieden.

„Mit dem Produktionsstart des ID.31 beginnt für Volkswagen eine neue Ära. Wir wollen die E-Mobilität aus der Nische führen und das E-Auto für Millionen von Menschen erschwinglich machen. Grundlage dafür sind große Stückzahlen und eine effiziente Produktion. Deshalb bündeln wir die E-Auto-Produktion in Sachsen und machen Zwickau zum Nukleus unserer großen E-Offensive“, sagt Thomas Ulbrich, Vorstand E-Mobilität der Marke Volkswagen. Und weiter: „Die Marke Volkswagen steht seit jeher dafür, Fortschritt und Innovationen für viele erreichbar zu machen. Das war so mit dem Käfer, das ist heute so mit dem Golf – und das wird in Zukunft auch für die voll vernetzten Elektrofahrzeuge der neuen ID. Familie gelten.“ Sachsen ist bereit.

Der Automobilbau in Zwickau hat eine lange Tradition: Vor 115 Jahren begannen die August Horch & Cie. Automobilbau AG und die Audi Automobilwerke GmbH in Zwickau mit der Produktion von Fahrzeugen. Beide Firmen gingen später in die Auto Union AG und schließlich in die AUDI AG auf. Nach der Wiedervereinigung kehrte Volkswagen im Jahr 1990 mit der Gründung der Volkswagen Sachsen GmbH in die Region zurück. Seit der Neugründung des Standorts 1990 verließen knapp sechs Millionen Fahrzeuge die Werkhallen. Die Fläche des Zwickauer Fahrzeugwerks erstreckt sich über 1,8 Millionen Quadratmeter, davon sind 1,4 Millionen Quadratmeter bebaut.

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