Transformation schreitet voran: Fahrzeugwerk Zwickau produziert nur noch Elektro-Modelle

  • Nach 116 Jahren: Produktionsende des Golf Variant beschließt Zwickauer Tradition der Verbrenner-Fahrzeuge
  • Made in Zwickau: 6.049.207 Volkswagen seit 1990 gefertigt
  • Transformation zu Europas größtem E-Werk: 2021 werden sechs Elektromodelle der Marken Volkswagen, Audi und Seat produziert
  • Geplante Jahreskapazität steigt auf bis zu 330.000 Einheiten

Heute ist im Fahrzeugwerk Zwickau das letzte Modell mit Verbrenner-Motor vom Band gelaufen. Der Golf R Variant* der siebten Generation mit 2.0 Liter Benzinmotor in Oryxweiß Perlmutteffekt wurde für einen Kunden in Deutschland gefertigt. Vom heutigen Tag an werden in Zwickau ausschließlich Elektro-Modelle von Volkswagen und künftig auch der Schwestermarken Audi und Seat gefertigt. Der Sprung in die automobile Neuzeit erfolgt mit langem Anlauf: Seit 1904 wurden in Zwickau Autos mit Verbrenner-Motoren gebaut – zunächst unter anderem für viele Jahre Horch-Modelle, zu DDR-Zeiten lief hier der Trabant vom Band. Im Mai 1990 startete die Produktion von Volkswagen am westsächsischen Standort. In den vergangenen 30 Jahren sind exakt 6.049.207 Volkswagen der Modelle Polo, Golf, Golf Variant, Passat Limousine und Passat Variant in Zwickau gefertigt worden.

Reinhard de Vries, Geschäftsführer Technik und Logistik Volkswagen Sachsen: „Für uns ist heute ein historischer Tag. Wir sind stolz auf unsere bisherige Leistung und haben gleichzeitig große Lust auf das, was vor uns liegt. Die Elektromobilität wird weiter kräftig Fahrt aufnehmen. Die Nachfrage werden wir aus Zwickau heraus bedienen: Schon im nächsten Jahr haben wir eine Kapazität geschaffen, um 330.000 Fahrzeuge zu bauen.“

Jens Rothe, Gesamtbetriebsratsvorsitzender Volkswagen Sachsen: „Zwickau ist der traditionsreichste Standort in der deutschen Automobilindustrie. Unsere Mannschaft hat stets ihre Leistung gebracht und qualitativ tolle Fahrzeuge gebaut. Wir haben uns im Konzern das Vertrauen erworben, als erster Standort in die vollelektrische Großserie zu gehen. Damit ist das Fahrzeugwerk Zwickau zukunftsfest aufgestellt.“

Umbauarbeiten haben bereits begonnen


Die Arbeiten in der Halle 6, in der der Golf Variant bislang gefertigt wurde, haben bereits begonnen. Nach einer mehrwöchigen Umbauphase über den Sommer werden Ende des Jahres dort die ersten E-Fahrzeuge produziert – neben dem ID.4** perspektivisch auch ein SUV der Schwestermarke Audi. Seit November 2019 läuft in Westsachsen die Serienproduktion des ID.3 1st Edition***. In diesem Sommer folgt der Produktionsstart des ID.4.

MEB macht Elektroautos massentauglich


Der ID.3 basiert als erstes Fahrzeug auf dem Modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB) von Volkswagen. Die Plattform ist eigens für E-Autos entwickelt worden und schöpft die Möglichkeiten der Elektromobilität bestmöglich aus. So verfügt der ID.3 über hohe Reichweiten, viel Platz im Innenraum und ein dynamisches Fahrverhalten. Die Basisversion wird weniger als 30.000 Euro kosten. Seit 17. Juni können die Frühbucher ihre reservierten Fahrzeuge verbindlich bestellen. Die Markteinführung des ID.3 1st Edition erfolgt im September 2020 europaweit nahezu gleichzeitig.


Volkswagen Sachsen: E-Volumenmodelle, Luxuskarossen und Motoren


Volkswagen Sachsen verfügt neben dem Fahrzeugwerk Zwickau über zwei weitere Standorte im Freistaat: Im Chemnitzer Motorenwerk werden unter anderem moderne Benzindirekteinspritzer produziert. In der Gläsernen Manufaktur Dresden läuft bis Jahresende der e-Golf**** vom Band, ab 2021 wird dort der ID.3 produziert. Die Karosserien für die Luxus-SUV von Lamborghini und Bentley werden weiterhin in Zwickau gefertigt..

*) Golf 7 Variant R: Das Fahrzeug wird in Europa nicht mehr zum Verkauf angeboten.
**) ID.4: Studie
***) ID.3 1st (58 kWh Netto-Batterie-Energie-Inhalt): Stromverbrauch nach NEFZ in kWh/100 km: kombiniert 14,5; CO₂-Emission in g/km: 0; Effizienzklasse: A+
****) e-Golf: Stromverbrauch, kWh/100 km: kombiniert 14,1 - 13,2; CO₂-Emission kombiniert, g/km: 0; Effizienzklasse: A+

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